Darauf ging auch Zeitzeuge Reinfried Vogler ein, er stammt aus Südmähren. Er schilderte, wie die verhassten Deutschen von der Roten Armee und Partisanen behandelt wurden. Sie wurden ausgeraubt, verprügelt, erschlagen oder erschossen. Dass die Neuankömmlinge eine neue Heimat fanden, lag vor allem daran: Sie haben frühzeitig damit angefangen, ihre Kultur und ihr Brauchtum zu leben und es mit der ansässigen Bevölkerung geteilt. So kam man sich nach und nach näher.
Mit einer Art Gedenkmarsch ging es dann vom Bahnhof vor die St. Stephanuskirche. Hier wurde ein Heimatlied der Wischauer intoniert. Klaus Hoffmann, Bürgermeister aus Bad Herrenalb und Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Baden-Württemberg, erinnerte an die vielen Mahnmale, die es über diese Zeit gebe. Aber man müsse die Erinnerung daran lebendig halten, sie immer wieder erneuern und ganz deutlich machen, "was der Nationalsozialismus hervorgebracht hat". Daraus erwachse eine besondere Verantwortung für den Dialog und die Verständigung in Europa. Die ehemaligen Vertriebenen seien ein "Teil des europäischen Dialogs." Hoffmann nannte auch eine aktuelle Zahl: Momentan befinden sich weltweit rund 130 Millionen Menschen auf der Flucht oder wurden vertrieben.