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Gedenkfeier zu
80 Jahre Flucht und Vertreibung

Die Stadt Aalen und der Ostalbkreis gedenkt am 20. Mai der vielen Heimatvertriebenen aus dem Osten vor 80 Jahren.


 

Nachfolgend Auszüge aus dem Artikel der Schwäbischen Post am 22. Mai 2026 (mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Post. den Original Artikel finden sie hier):
 
Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting erinnerte am Bahnhof Wasseralfingen nach den Klängen der Jugendkapelle der SHW-Bergkapelle an die Opfer eines "mörderischen Krieges", nach dessen Ende die Geflohenen als "verhasste Feinde" angesehen wurden. Bewusst sei auch sexuelle Gewalt gegen Frauen eingesetzt worden. Die Vertriebenen seien aber keineswegs in einer "heilen Welt" angekommen. Sie stießen auch auf offene Ablehnung. Der Schlüssel für ein friedliches Zusammenleben lag dann auch am Fleiß und dem Engagement der Neubürger.
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Darauf ging auch Zeitzeuge Reinfried Vogler ein, er stammt aus Südmähren. Er schilderte, wie die verhassten Deutschen von der Roten Armee und Partisanen behandelt wurden. Sie wurden ausgeraubt, verprügelt, erschlagen oder erschossen. Dass die Neuankömmlinge eine neue Heimat fanden, lag vor allem daran: Sie haben frühzeitig damit angefangen, ihre Kultur und ihr Brauchtum zu leben und es mit der ansässigen Bevölkerung geteilt. So kam man sich nach und nach näher.
Mit einer Art Gedenkmarsch ging es dann vom Bahnhof vor die St. Stephanuskirche. Hier wurde ein Heimatlied der Wischauer intoniert. Klaus Hoffmann, Bürgermeister aus Bad Herrenalb und Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Baden-Württemberg, erinnerte an die vielen Mahnmale, die es über diese Zeit gebe. Aber man müsse die Erinnerung daran lebendig halten, sie immer wieder erneuern und ganz deutlich machen, "was der Nationalsozialismus hervorgebracht hat". Daraus erwachse eine besondere Verantwortung für den Dialog und die Verständigung in Europa. Die ehemaligen Vertriebenen seien ein "Teil des europäischen Dialogs." Hoffmann nannte auch eine aktuelle Zahl: Momentan befinden sich weltweit rund 130 Millionen Menschen auf der Flucht oder wurden vertrieben.
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Böhmerwäldler Trachtenträger bei der Veranstaltung
Was dieser Flüchtlingszug aus dem Osten für den heutigen Ostalbkreis damals bedeutete, machte Landrat Dr. Joachim Bläse an zwei Zahlen fest: Etwa 80.000 Menschen lebten im ehemaligen Landkreis Aalen. Durch den Zuzug durch die Vertriebenen stieg die Bevölkerungszahl enorm, der Wasseralfingen Bahnhof sei "der zentrale Bahnhof" für diese Menschen gewesen. Und die hätten bis heute die Gesellschaft im Ostalbkreis äußerst positiv geprägt und mitgestaltet. Sie seien angekommen in einem Gemeinwesen und ihre Tradition, ihr Brauchtum und ihre Kultur mitgebracht. Sein Fazit: "Das war eine echte Erfolgsgeschichte."

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